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Technical Guide

Windows 365 oder Azure Virtual Desktop – welche Cloud-Strategie passt zu Ihrem Unternehmen?

15. Januar 2025
5 min Lesezeit
Windows 365 oder Azure Virtual Desktop – welche Cloud-Strategie passt zu Ihrem Unternehmen?

SaaS oder IaaS? Übersicht der Zuständigkeiten auf einen Blick

Für viele IT-Entscheider besteht die erste Herausforderung nicht darin, ob Desktops virtualisiert werden sollen, sondern welcher Microsoft-Ansatz das beste Verhältnis aus Kontrolle, Kosten und Aufwand bietet. Die Antwort beginnt mit dem Verständnis des Shared-Responsibility-Modells.

Verantwortung Windows 365 Cloud PC (SaaS) Azure Virtual Desktop (AVD)
Steuerungsebene, Vermittlung & Diagnosen Microsoft Kunde
Patchen des Session-Host-Betriebssystems Microsoft Kunde
Kapazitätsmanagement & Skalierung Microsoft Kunde
Image-Erstellung / Lebenszyklus Optional (Gallery-Images) Kunde
Endpoint management (Intune/ConfigMgr) Kunde Kunde

Bei Windows 365 übernimmt Microsoft nahezu alle Schichten bis hin zum Desktop selbst – Sie weisen lediglich eine Lizenz zu und setzen Richtlinien durch. Azure Virtual Desktop (AVD) hingegen bietet deutlich mehr Steuerungsmöglichkeiten für Multi-Session-Konzepte, GPU-Pooling und individuelle Netzwerkkonfigurationen – aber jede Skalierungsentscheidung, jedes Image-Update und jeder Host-Ausfall liegt vollständig in Ihrer Verantwortung.

Kostenüberlegungen & Windows 365 Frontline

Windows 365 Frontline führt ein Pooling-Modell ein, bei dem eine Cloud-PC-Lizenz bis zu drei schichtbasierte Benutzer abdecken kann, die sich zeitlich versetzt anmelden. Für Szenarien wie Hot-Desking, Einzelhandel oder saisonale Nutzung kann dies die Lizenzkosten pro Benutzer deutlich senken. Allerdings ist der reine Lizenzpreis nur ein Teil der Gesamtkostenbetrachtung.

AVD (Azure Virtual Desktop) arbeitet nach dem Pay-as-you-go-Prinzip. Das wirkt auf dem Papier oft günstiger, erfordert jedoch beträchtlichen operativen Aufwand – z. B. Kapazitätsplanung, Host-Patching und Image-Wartung. Cloudo empfiehlt daher eine detaillierte wirtschaftliche Bewertung, die sowohl Infrastrukturkosten als auch Personalaufwand zur Servicebereitstellung berücksichtigt.

Betriebsaufwand: Von „gering" bis „Sie sind verantwortlich"

Da Cloud-PCs aus Microsoft-verwalteter Infrastruktur gestreamt werden, entfallen Aufgaben wie Kapazitätsplanung oder GPU-SKU-Auswahl vollständig. Sie wählen einfach ein Gallery-Image in Intune, definieren Ihre Gerätekonfiguration und Sicherheitsrichtlinien – der Dienst bleibt stets aktuell. Keine Golden Images, kein Farm-Management, keine Notfall-Skripte zur Skalierung.

Im Gegensatz dazu liegt bei AVD die Verantwortung für Host-Pools, Skalierungslogik und Image-Lifecycle vollständig in Ihrer Azure-Subscription. Automatisierungstools sind verfügbar – dennoch liegt die operative Verantwortung im Alltag bei Ihrem Team (oder Ihrem Managed Service Provider).

Funktionale Hauptunterschiede – Kein „One Size Fits All"

Funktionsbereich Windows 365 Azure Virtual Desktop (AVD)
Lizenzmodell Pro Benutzer (Einzellizenz oder Pooling via Frontline) Verbrauchsbasierte Azure-Ressourcen + RDS-CALs
Sitzungsdichte Einzelbenutzer-Cloud-PC Einzel- oder Mehrbenutzer-Hosts
Netzwerksteuerung Einfach (Gallery-Images, Intune, optional Azure Network Conn.) Volle Kontrolle über Netzwerk- & Speicherarchitektur
Flexibilität bei Lastspitzen Feste Kosten pro Benutzer Automatische VM-Skalierung nach Bedarf
GPU- und Spezial-SKUs Feste Cloud-PC-Größen inkl. GPU-Optionen Große Auswahl an VM-Größen und GPU-Anbindungen

Jede Organisation muss diese Unterschiede im Hinblick auf Compliance-Vorgaben, gleichzeitige Nutzungsmuster und vorhandene Azure-Kompetenzen bewerten. Eine transparente, szenariobasierte Kosten-Nutzen-Analyse ist entscheidend – sei es für die Wahl einer Plattform oder den kombinierten Einsatz beider.

Wie Cloudo Sie bei der Entscheidung unterstützt

Unsere Spezialisten führen eine schnelle und präzise Total-Cost-of-Ownership-Analyse sowie eine Benutzer-Persona-Bewertung durch. Dabei berücksichtigen wir Nutzungsverhalten, Lizenzmodelle und Infrastruktur – neutral und lösungsoffen. Wir liefern eine sichere Zielumgebung (Zero Trust, passwortlos, Purview DLP) und migrieren ohne Betriebsunterbrechung.

Nach dem Go-live übernimmt unser Managed Services Team auf Wunsch den 24×7-Betrieb beider Umgebungen – mit kontinuierlicher Optimierung von Kosten und Compliance.